Forderungsmanagement für Sparkassen und Volksbanken: Mit digitalen Prozessen die NPL-Welle ausbremsen

Deutschlands Kreditinstitute befinden sich aufgrund der Corona-Krise in einem gefährlichen Paradox: Auf der einen Seite fluten Kreditanträge die Geldhäuser. Gleichzeitig drohen Gefahren durch faule Kredite. Es gilt, schnell und mit kühlem Kopf zu handeln. Aber wie?

„Die Ruhe vor dem Sturm“, „Das Schlimmste erwarten und auf das Beste hoffen“, „Wann kommt die NPL-Welle?“ – wenn sich die Redakteure deutschsprachiger Finanzmedien mit dem Status quo des Kreditgeschäfts in Zeiten der Pandemie auseinandersetzen, so scheint eines klar zu sein: die Quote der faulen Kredite könnte schon bald für viele Banken zu einem großen Problem werden.

Derzeit befinden sich die Institute in einem schwierigen Spagat:

Viele KMUs in von Corona angeschlagenen Branchen benötigen Liquidität, um Engpässe zu überwinden – und zwar schnell. Laut dem aktuellen „Finanzierungsmonitor 2020 – Corona Update“ geben 88 % der deutschen Mittelständler an, dass Geschwindigkeit bei der Beschaffung von Fremdkapital in der aktuellen Krise stark an Bedeutung gewonnen habe. Viele Banken, so heißt es darin weiter mahnend, könnten nach dem Urteil der Unternehmer die notwendigen zeitlichen Anforderungen nicht erfüllen.

Das Volumen der in Deutschland als „notleidend“ eingestuften Kredite lag im dritten Quartal 2020 bei rund 33,3 Milliarden € und damit leicht unter dem Betrag des zweiten Quartals (33,9 Milliarden €). Zum Vergleich: im dritten Quartal 2016 hatte das Volumen noch bei 65,2 Milliarden € gelegen. Experten gehen von einer starken Trendumkehr aus. (Quelle: Statista)

Dass zu einem späteren Zeitpunkt im Kreditlebenszyklus die Zahl der Non Performing Loans (NPL) ansteigen werden, darüber herrscht unter Experten kein Zweifel. Die Frage ist vielmehr: wie schlimm wird es? „Das Ansteigen der Zahl der notleidenden Kredite darf als sicher angenommen werden“, prognostiziert Andreas Dombret, Global Senior Advisor bei Oliver Wyman in einer Kolumne für das Handelsblatt. Auch wenn die Schätzungen über das Ausmaß weit auseinandergingen. Eine hohe Geschwindigkeit ist im Umkehrschluss aber auch für die Bearbeitung jener zu erwartenden Problemkredite essenziell.

Die Krux: Die Personaldecke der für die Bearbeitung von NPLs zuständigen Abteilungen ist in den vergangenen Jahren stark geschrumpft. Eine hochautomatisierte Software-Unterstützung ist unabdingbar, um der drohenden NPL-Flut Herr zu werden.

Dass auch die Industrie selbst sich mehr Flexibilität bei der NPL-Bearbeitung wünscht, ist das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2019 mit dem Titel „Digitalisierung – Der gewerbliche Kreditprozess im Wandel“. Das Hamburger Beratungsunternehmen PPI AG hatte dafür Sparkassen und Genossenschaftsbanken zu ihrem Digitalisierungsstand befragt. Ein Ergebnis: Der Wechsel eines Engagements in den NPL-Bereich erfordere bei der Mehrheit der Sparkassen und Genossenschaftsbanken aufwändige manuelle Tätigkeiten. Lediglich 40 Prozent der Institute setzten einen automatisierten Prozess für die Überführung ein; gleichzeitig sehen 60 Prozent einen höheren Aufwand bei NPL-Übergabe. Weitere Digitalisierungs- und Automatisierungsmaßnahmen, so die Einschätzung der Institute, könnten hier für Abhilfe sorgen.

Die Collenda-Lösung Collections & Recovery kann das leisten. Sie bildet den Inkassoprozess voll integriert ab. „Von der frühzeitigen Erkennung und effizienten Bearbeitung von Zahlungsstörungen bis hin zur Überwachung und Beitreibung gekündigter Verträge“, erklärt Anke Köster, Product Ownerin bei Collenda. Collendas C&R-Plattform bietet zahlreiche Features: die Übernahme von Forderungen und Sicherheiten, die Kündigung des Kreditengagements, den Anstoß eines Mahnverfahrens einschließlich Titulierung (auch ein automatisiertes Mahnverfahren ohne Belege ist möglich). „Unsere Cloud-basierte Lösung, die inzwischen von mehr als 500 Banken genutzt wird, ermöglicht außerdem eine Omnikanal-Ansprache von Schuldnern per Mail, SMS oder Brief – aus dem System heraus“, erklärt Anke Köster.

An der Digitalisierung, das ist kein Geheimnis mehr, führt kein Weg vorbei, um langfristig im Markt zu bestehen. Nicht nur, weil inzwischen 70% der Bankgeschäfte online abgewickelt werden. Die wahren Folgen von Corona werden sich zudem erst zeigen, wenn die umfassenden Hilfsmaßnahmen einschließlich der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ausgelaufen sind.

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